Energie- und Klimatipps
#1 Saisonale Produkte verwenden
Saisonale Obst- und Gemüsesorten lassen sich leicht im Internet mit einem Saisonkalender recherchieren, doch saisonal bedeutet nicht gleich regional. Ein regionales Produkt kann auch aus 500km Entfernung kommen, da es im Gegensatz zum „Bio- oder Ökolabel“ keine gesetzliche Definition für „regional“ gibt. Gesetzlich vorgeschriebene Herkunftskennzeichen für die Bundesländer und Betriebe finden sich hingegen aufgedruckt auf Eiern (x-DE-Länderkürzel 13 für MV-xxxx) sowie im ovalen Identitätskennzeichen für Fleisch- und Milchprodukte (DE-MV-xxxxx-EG). Auf Obst und Gemüseverpackungen ist immerhin das Ursprungsland angegeben und teilweise die Ursprungsregion (Äpfel vom Bodensee, etc.).
Immer häufiger zu finden sind die Länderwappen, wobei auch hier die Distanz zwischen Verkauf und Ursprung hoch sein kann. Gleiches gilt für stark verarbeitete Produkte, so sind die Quellen der einzelnen Zutaten nicht mit der des Endprodukts identisch. Um hier einen Überblick zu erhalten, wurde das „Regionalfenster“ geschaffen sowie die EU-Gütezeichen für Spezialitäten.
Beim Kauf regionaler Produkte kann es daher nicht schaden, auf Bauern- und Wochenmärkte zurückzugreifen oder nachzufragen was „regional“ für das favorisierte Produkt genau bedeutet.
#2 Umweltschonend Autofahren
Gleichmäßiges und vorausschauendes Fahren sind als Sparmöglichkeiten schon hinlänglich bekannt. Im eher flachen Mecklenburg-Vorpommern lassen sich daher auch sehr gute Verbrauchswerte mit angepassten Geschwindigkeiten und dem Vermeiden von Bremsungen durch frühzeitiges vom Gas gehen erreichen. Auch die Wahl des korrekten Gangs führt zu deutlichen Einsparungen, so verbraucht ein Auto im dritten Gang bei 50km/h 1l mehr Kraftstoff als im Fünften.
Ein CO2Rechner kann die emittierte Menge CO2 ausgeben und diverse Online-Portale laden zum Vergleich des eigenen Verbrauchs mit dem anderer Fahrer des gleichen Modells ein.
Weniger bekannt ist, dass der Frühjahrsputz im eigenen Auto dazu beitragen kann verbrauchsärmer unterwegs zu sein, indem unnötiger Ballast entfernt wird und damit weniger Masse durch den Einsatz von Kraftstoff beschleunigt werden muss. Ein korrekter Reifendruck schont nicht nur das Profil, sondern sorgt für den richtigen Halt und weniger Verbrauch.
Ein im Winter immer wiederkehrendes Verhalten ist das inzwischen verbotene Warmlaufenlassen des Motors, welches binnen 4 Minuten bereits bis zu 0,14l Kraftstoff verbraucht. Besser ist die Verwendung von Scheibenenteisern oder eine Windschutzscheibenabdeckung. Dachträger bewirken bei 100 km/h bereits einen Mehrverbrauch von bis zu 10%, mit darauf montierten Fahrrädern sogar bis zu 40%. Die Klimaanlage schlägt zusätzlich, je nach Modell und Fahrweise, mit bis zu 0,3-1,8l/100km zu buche. (ADAC)
#3 Mülltrennung
Was kommt nun wo rein? Eine Frage die sich jeder schon einmal gestellt hat. Das Duale System Deutschland (DSD) bzw. der Grüne Punkt macht es einem auf den ersten Blick nicht ganz so einfach, da die eine Verpackung aus dem augenscheinlich gleichem Material in die gelbe Tonne kommt und eine andere wiederum nicht. Aus der gesetzlichen Pflicht zur Rücknahme von Verpackungsmaterial durch den Hersteller ist der Grüne Punkt entstanden. Hersteller lizensieren ihre Verpackungen im DSD und erhalten dafür das Siegel des Grünen Punkts auf ihren Verpackungen, sodass nur diese Verpackungen in die gelbe Tonne dürfen, da auch nur ihre Entsorgung von den Herstellern bezahlt wurde. Alles andere, außer Biomüll und Papier, kommt in die Restmülltonne.
In der grünen Tonne haben dagegen Kunststoff, Metall und auch Biofolien keinen Platz. Der Biomüll wird zerkleinert und der Kompostierung zugeführt. Plastiktüten können hier die Förderaggregate verstopfen und müssen aus dem Endprodukt aufwendig herausgesiebt werden. Was nicht herausgesiebt werden kann, landet letztendlich in der Umwelt. Bioplastiktüten sind zwar teilweise oder ganz mikrobiologisch abbaubar, benötigen dazu aber wesentlich mehr Zeit als normaler Bioabfall und überstehen die Kompostierung daher ganz oder teilweise.
#4 Stand-By Funktion
Diese angenehme Funktion, die bei den meisten modernen elektrischen Geräten anzutreffen ist, ist ein wahrer Stromfresser. Schon bei dem für Deutschland durchschnittlichen Haushalt von 2,02 Personen kann schnell ein dreistelliger Betrag im Jahr für den vermeintlichen Komfort fällig werden. Daher lohnt es sich solche Geräte auszustecken, bzw. Zeitschaltuhren oder Steckerleisten mit Schalter dazwischen zu schalten um sie wirklich vom Netz zu trennen. Auch Netzteile von Notebooks und Ladegeräte ziehen Strom selbst wenn kein Gerät angeschlossen oder im Betrieb ist. Ein durchschnittlicher WLAN-Router verbraucht geschätzt 13-15W, hierdurch entstehen im 24h Betrieb jährliche Kosten von rund 34€. Bei modernen Routern gibt es häufig einstellbare Abschaltzeiten, sodass sich bei einer Nachtschaltung von 6h bereits eine Ersparnis von rund 8€ ergeben kann.
Wenn sie versteckten Verbrauchern auf die Spur kommen möchten, nutzen sie doch gerne das Angebot unserer Bibliothek und leihen kostenlos eine Energiesparkiste samt Messgerät. Hiermit lassen sich auch die jährlichen Betriebskosten des Kühlschranks oder ähnlicher Geräte herausfinden.
#5 Leihen statt Kaufen
Der Kauf von Neugeräten kostet nicht nur sehr viel, es müssen auch viele Ressourcen und Energie in der Herstellungskette verbraucht werden bis wir das Neuprodukt unserer Wahl in den Händen halten. Aus diesem Grund macht es Sinn ungenutzte Gegenstände zu verleihen, zu tauschen, oder gar zu verschenken. Das Internet bietet hier bereits eine große Auswahl verschiedener Plattformen auf denen auch das Konzept des Tauschens ausgelebt wird. Von Second Hand Kinderkleidung bis zum Carsharing ist hier alles vorhanden. Doch oftmals muss es gar kein großer Sprung sein, ein mit den Nachbarn geteilter Staubsauger oder eine gemeinsame Fahrt zum Einkaufen sparen nicht nur Geld sondern sparen auch CO2 ein.