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Drucksache - FB1/428/2010  

Betreff: Fortschreibung der Verkehrsentwicklungsplanung für das Untersuchungsgebiet Altstadt, erweitertes Sanierungsgebiet mit Anschlusszonen
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussvorlage
Unterzeichner FB/SG:Frau Sylvia Thurow
Federführend:Fachbereich 1 - Bau, Stadtentwicklung und Immobilienmanagement Beteiligt:Fachbereich 1 - Bau, Stadtentwicklung und Immobilienmanagement
Bearbeiter/-in: Bienert, Susan   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft, Bau, Verkehr und Umwelt Empfehlung
12.01.2011 
öffentliche/nicht öffentliche Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Umwelt ungeändert beschlossen   
Stadtvertretung der Hansestadt Anklam Entscheidung
20.01.2011 
öffentliche/nicht öffentliche Sitzung der Stadtvertretung ungeändert beschlossen   

Beschlussvorschlag:

Beschlussvorschlag:

 

Die Stadtvertretung der Hansestadt Anklam beschließt die Fortschreibung der Verkehrsentwicklungsplanung für das Untersuchungsgebiet Altstadt, erweitertes Sanierungsgebiet mit Anschlusszone als Grundlage für weiteres Verwaltungshandeln zur Verkehrsberuhigung.

 

Sachdarstellung:

Sachdarstellung:

 

 

Auf Grund der negativen Erscheinungsformen des motorisierten Individualverkehrs besonders des Schwerverkehrs im Innenstadtbereich entstand die Notwendigkeit einer Überprüfung der Verkehrsverhältnisse mit dem Ziel, die verkehrsbedingten negativen Beeinflussungen der Wohn- und Aufenthaltsqualität möglichst zu beseitigen. Durch gewerbliche Entwicklungen im Hafenbereich sind Nutzungen von Altstadtstraßen durch Güter- und Schwerlastverkehr zu verzeichnen, die den Entwicklungszielen im historischen Altstadtbereich entgegenstehen.

 

Die notwendigen Untersuchungen wurden durch Dipl. Ing. Michael Kühn mit Unterstützung der Schüler des Lilientalgymnasiums bei der Verkehrszählung durchgeführt und sind eingebettet in die Überprüfung des Standes der Verkehrsentwicklungsplanung der Hansestadt Anklam und deren Fortschreibung.

 

Grundlagen und Entwicklungsziele

 

Die allgemeinen Entwicklungsziele der Verkehrsentwicklungsplanung sollen hier nur noch einmal aufgeführt werden, bevor die konkreten  Ziele  benannt werden.

  1. Verkehrsvermeidung – Vermeidung und Reduzierung von motorisierten Individualverkehr

durch Stadtentwicklungsplanerische Vorgaben

  1. Verkehrsverlagerung – Verlagerung von Anteilen des motorisierten Individualverkehrs auf umweltfreundliche Verkehrsmittel, Nutzung ÖPNV und Rad.
  2. Verkehrsberuhigung – Stadtverträgliche Gestaltung des nicht vermeidbaren bzw. nicht verlagerbaren Kraftfahrzeugverkehrs durch Straßenraumgestaltung und verkehrsrechtliche Regelungen.
  3. Verkehrsbündelung durch ein hierarchisch abgestuftes Straßennetz Bündelungseffekte erreichen und nicht gewollte Verkehrsarten ausschließen.

 

 

Verkehrszusammensetzung

 

Durch die noch nicht erfolgte Fertigstellung der Ortsumgehung bestehen weiterhin Durchmischungen aus Durchgangs- und Innerörtlichem Verkehr für alle Kraftfahrzeuge.

Bei den erfolgten Verkehrsuntersuchungen (Verkehrszählungen) in der Demminer Straße (Keilstraße bis Leipziger Allee), Keilstraße, Steinstraße, Pasewalker Straße, Pasewalker Allee (Bahnhof bis Ossietzkystr.), Pasewalker Allee (Ossietzkystr. bis Kleinbahnweg) ist nach wie vor ein hoher durchschnittlicher Tagesverkehr zu verzeichnen.

Zum Bsp. wurden in der Steinstraße nach DTV-Ermittlungen gem. „Hochrechnungsverfahren für Kurzzeitzählungen“ der Personenverkehr mit 9011 Kfz und der Güterverkehr mit 982 Fahrzeuge ermittelt.

Für die Pasewalker Straße zeigte sich eine Verkehrsbelastung(DTV-Jahresmittel) von 7906 Fahrzeugen des Personenverkehrs und die des Güterverkehrs von 351 Fahrzeugen.

 

Weitere Untersuchungen, wie in der Peenstraße bestätigten die Verkehrsbelastungen.

Dort wurden für den Zähltag 4081 Kfz des Personenverkehrs und 123 Fahrzeuge des Güterverkehrs hochgerechnet. Als Vergleichswert entsprechend der Umrechnung auf DTV-Jahresmittel betragen die Fahrzeuge des Personenverkehrs immer noch 3.588 Kfz und die des Güterverkehrs 87 Fahrzeuge.

Durch die Lage von Hafen und Gewerbe am Altstadtrand und die Errichtung der Ölmühle im Hafengebiet wird die Peenstraße als direkte Zufahrt vom Schwerlastverkehr genutzt, welcher beträchtlichen Verkehrslärm verursacht und von den Anwohnern besonders negativ empfunden wird.

 

Im Ergebnis der Untersuchungen an den Zählstellen der einzelnen Straßenabschnitte konnten keine einheitlichen Trends einer Erhöhung oder Verringerung des Verkehrsaufkommens festgestellt werden. Im Vergleich der Jahre 2003 und 2009 ist an den Einzelquerschnitten ein allgemeiner Rückgang des Verkehrsaufkommens zu verzeichnen, auf der Achse Steinstraße/Keilstraße jedoch eine Erhöhung. Auch wenn es sich um eine Stichprobe im Jahr handelt, so gilt sie doch als repräsentativ. (siehe Anlage 1 Gegenüberstellung DTV 2003 und 2009)

 

Zur Ermittlung der Güterverkehrsanteile wurde in LKW-Lastzüge und in landwirtschaftlichen Verkehr unterschieden. Auf der Achse Steinstraße – Keilstraße wurde ein deutlich höherer Anteil an LKW-Lastzüge verzeichnet als in anderen Netzbereichen. In der Bahnhofstraße – Hafenstraße wurde ersichtlich, dass am Vormittag ein deutlich höherer LKW-Anteil gegenüber der Nachmittagszeit zu verzeichnen ist, die Nachmittagsbelegung entspricht dem Durchschnitt der Achse Steinstraße – Keilstraße. und damit keiner bevorzugten Benutzung der Hafenstraße.          Daraus kann abgeleitet werden, dass auf der Bahnhofstraße – Hafenstraße kein signifikant höherer Schwerlastverkehrsanteil als im sonstigen Hauptnetz des Güterverkehrs vorhanden ist. Somit sind Maßnahmen zur Verkehrsverlagerung des Güterverkehrs auf die Hafenstraße sinnvoll.

 

In der Hospitalstraße und in der Leipziger Allee sind sehr niedrige Schwerlastverkehrsanteile vorhanden, welches dem Konzept der Konzentration des Schwerlastverkehrs auf den Hauptverkehrsachsen des motorisierten Individualverkehrs entspricht.

 

Verkehrsnetz

 

Das Verkehrsnetz wurde durch die Realisierung der Hafenstraße über die Anbindung Bahnhofstraße an die Pasewalker Straße verdichtet. Hierdurch sollen Verkehrsanteile aus dem Altstadtbereich in Richtung Hafen und gewerbliche Nutzungen verlagert werden.

Das Güterverkehrsnetz im Status Quo mit Haupt- und Nebenstrecken verfügt über ein geschlossenes Netz, so dass über den Teil Ortsumgehung (wenn auch mit längeren Fahrwegen) die gewerblichen Zentren der Stadt erreicht werden können. Mit der Straße am Flugplatz von der Kreisstraße 58 bis zur B197 ist eine Verknüpfung geschaffen, die es ermöglicht auf die Ortsumgehung zugelangen ohne die Spantekower Landstraße bis zum Kreisverkehr Demminer Straße zu belasten.

Problematisch ist, wie zuvor schon benannt, der Bereich Hafen und Ölmühle, welcher über den kürzesten Weg aus Richtung Norden und Westen über Steinstraße und Peenstraße durch den historischen Altstadtkern angefahren wird.

 

Lieferverkehr Zentrum und Prognose

 

Die wichtigste Verkehrsverbindung im Zentrumsbereich ist die Steinstraße / Keilstraße mit Anbindung an die Demminer Straße und Ostseestraße im Westen und die Pasewalker Straße/ Pasewalker Allee im Osten.

Der großflächige Einzelhandel kann im Wesentlichen über die Ost-Westachse erfolgen. Im Altstadtbereich sind nur punktuell Kleinbedarfslieferungen abzusichern. Dies wird auch prognostisch so bleiben.

 

 

Realisierung

 

 

Die Umsetzung der in Punkt 3 und 4 genannten Ziele (einschl. Verkehrsverlagerung auf die Hafenstraße) können durch die Kommune am kurzfristigsten beeinflusst werden und sollen daher auch als Nahziele ausgewiesen werden.

 

Zur Verkehrsberuhigung und zur Verkehrsbündelung wurde ein umfangreicher Maßnahmenplan erarbeitet, der zum einen den Ist-Stand und zum anderen die zukünftige Bedarfsentwicklung berücksichtigt. Dieser soll bei zukünftigen Erschließungsmaßnahmen Berücksichtigung finden und eine Empfehlung für weiteres Verwaltungshandeln geben.

Maßnahmen die der Umsetzung zur Verkehrsbündelung dienen, sollen entsprechend den Haushaltsmitteln vorrangig Berücksichtigung finden und mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft, Bau, Verkehr und Umwelt festgelegt werden.

Durch Verkehrsverlagerung ist das Netz so zu gestalten, dass der Güterverkehr nur bestimmte Trassen nutzt, mit denen die gewerblichen Standorte erreicht werden. Die daraus resultierenden längeren Fahrzeiten und Mehrkilometer des GüV wiegen die Vorteile für die Anwohner durch bessere Wohnqualität, Reduzierung des Verkehrslärms und Aufenthaltsqualität im Altstadtzentrum auf.

 

Hierbei ist jedoch zu unterscheiden, dass Lieferverkehr bis 7,5 t die Haupt- und Nebenstrecken uneingeschränkt nutzen kann, dagegen der Güterverkehr mit über 7,5 t nur die vorgegeben Hauptstrecken des GüV-Netzes nutzen soll.

Ziel soll es sein, im Innenstadtbereich nur noch Lieferverkehr mit kleiner 7,5 t zu haben.

Größere Fahrzeuge müssen das GüV-Netz nutzen bzw. benötigen eine Ausnahmegenehmigung. 

Hierzu ist es notwendig ein Güterverkehrs- Leitsystem mit Routenplänen zu erarbeiten, den Betroffenen rechtzeitig zu vermitteln und mit einer Einführungsphase umzusetzen.

 

Weitere Ziele, die sich aus der Mängelanalyse ergeben und zukünftig realisiert werden sollten, sind:

-          Einmündung Steinstraße zur Badstüberstraße für Lieferverkehr zum Lilienthalcenter

bei geplanter Erschließungsmaßnahme berücksichtigen

-          Verkehrsablauf am Knoten Ravelinstraße / Silostraße verbessern

-          Verkehrsorganisation am Knoten Pasewalker Straße / Bahnhofstraße durch geänderte Vorfahrtsregelung überarbeiten

-          Verflechtung Bluthsluster Straße mit Pasewalker Straße

-          Verkehrsberuhigung Frauenstraße durch Anordnung von Parkplätzen

-          Verkehrsorganisation Keilstraße / Marienkirchplatz

-          Einbindung Straße am Flugplatz zur Führung GüV